»Zeröck noh Kölle jonn«

Zurück nach »Kölle«: Das bereits früher in Köln gegründete Biotech-Unternehmen InfanDx AG entscheidet sich bewusst für seinen neuen Standort auf dem BioCampus Cologne.

Nach über vier Jahren operativer Tätigkeit im Bonner Forschungszentrum CAESAR bzw. dort im Life Science Inkubator hat sich die InfanDx AG für ihre alte Heimat entschieden. „Wir hatten eine großartige Zeit mit wesentlichen Entwicklungserfolgen in einer inspirierenden Forschungsumgebung“ meint InfanDx CEO Ron Meyer, „aber nun schauen wir darauf, wo wir am besten wachsen können“ und hat dabei zweifelsohne den kürzesten Weg in den Markt im Visier. Der BioCampus Cologne bietet mit seinem umfassenden und nachhaltigen Angebot für Wachstum von innovativen Technologie-Unternehmen auch für die InfanDx ein ideales Umfeld. Das für die kommende Wachstumsphase passende Flächenpaket sowie Zugang zu einem weitreichenden Netzwerk für Life Science und Biotech machen den Technologiepark in Köln-Bocklemünd zum logischen Standort für das ambitionierte Startup.


InfanDx entwickelt einen Test zum Einsatz in Geburtskliniken, der bei Neugeborenen eine frühe und sichere Diagnose einer durch einen Sauerstoffmangel (Asphyxie) ausgelösten Gehirnschädigung ermöglicht. Weltweit kommt es jährlich bei mehr als 1 Mio. Neugeborenen zu dieser sogenannten neonatalen Enzephalopathie, die meist mit lebenslangen und z.T. schwersten Einschränkungen verbunden ist. Eine typische Folge nennt sich Zerebralparese und wird vulgo als spastische Lähmung bezeichnet. Asphyxie gilt als wichtigste Einzelursache für Zerebralparese. Seit wenigen Jahren besteht für die Neugeborenen-Intensivmediziner (Neonatologen) erstmals die Möglichkeit der gezielten Kältebehandlung, mit der nachgewiesenermaßen viele, häufig sogar alle Folgeschäden einer Asphyxie vermieden werden können. Allerdings kann diese Behandlung nur helfen, wenn sie innerhalb der ersten sechs Lebensstunden zum Einsatz kommt. Viele betroffene Neugeborene sind aber die ersten Stunden über unauffällig und werden daher nicht therapiert. Der InfanDx-Test bietet dem Neonatologen weltweit erstmals die Möglichkeit diese Kinder noch im kritischen Zeitfenster zu diagnostizieren und somit rechtzeitig eine Behandlung zu ermöglichen. Die grundsätzliche Funktionsweise des Tests kann InfanDx inzwischen durch zwei klinische Studien belegen. Die zweite Studie wurde mit 550 eingeschlossenen kleinen Patienten gerade beendet und stellt auch im internationalen Vergleich eine der sehr großen Studien dar.


Die InfanDx AG entwickelt diagnostische Produkte auf Basis von Biomarkern, die durch metabolomische Analyse gewonnen wurden. Die kleinen Moleküle aus den Stoffwechselprozessen können die Blut-Hirn-Schranke, ein sonst nur eingeschränkt durchlässige Membran, nahezu ungehindert durchdringen. Im Blut kann die vergleichende Analyse mehrerer dieser Moleküle dann ein frühes Signal für das Auftreten einer Wunde im Gehirn liefern.


Doch nur zu wissen, dass es funktioniert reicht dem InfanDx-Team nicht. Getreu dem Motto „wir wollen überall da sein, wo Kinder geboren werden“, hat man sich als nächste Herausforderung die Verkleinerung des Nachweissystems auf die Fahne geschrieben. „Auch wenn wir es nicht ganz auf die Größe eines Blutzuckermessgeräts schrumpfen können, eine preiswerte, kleine Box in jedem Kreißsaal und jeder Neugeborenen-Station ist eine tolle Vorstellung“ meint Ron Meyer.


Doch damit sind noch lange nicht alle Ambitionen erschöpft. Zwar bleibt der aktuelle Fokus auf dem Test zur Früherkennung von perinataler Asphyxie und nachfolgender Gehirnschädigung bei Neugeborenen. Darüber hinaus hält die InfanDx AG aber bereits weitere Patentanmeldungen für mögliche Folgeprodukte, u.a. auch die Früherkennung von Schlaganfall.


„Das klingt wahrlich nach Wachstumsambitionen hier an unserem Standort“ freut sich Andre van Hall, Geschäftsleitung des BioCampus. „Im Sinne des Innovationsgrades und des Wachstumspotentials stellt die InfanDx ein Paradebeispiel für die Schaffung von zukunftsfähigen und innovativen Arbeitsplätzen in Köln dar, wie wir sie auf dem Campus realisieren wollen“, ergänzt er.


Kontakt:
Ron Meyer
CEO InfanDx AG
www.infandx.com
ron.meyer@infandx.com